Keinen faulen Kompromiss!

Donnerstag, 5. Februar 2015
Jülicher Zeitung / Lokales / Seite 22

Monika Filser aus Kirchberg schreibt zur heutigen Sitzung des Jülicher Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses unter anderem: 

Seit nunmehr einem Jahr versuchen wir als Bürger zu erklären, warum wir uns mit einem gigantischen Hochregallager und einer dazugehörigen Verbindungsbrücke an unserem Ortseingang so schwer tun! Dies müsste allmählich jeder verstanden haben!? Kirchberg war immer ein „Industriedorf“, aber bei einer Industriebebauung von zwölf Metern ! Ein Industriekomplex in der geplanten Größe und Höhe lässt keinen Dorfcharakter an Kirchbergs einziger Straßenanbindung zu Jülich mehr zu. Kirchberg wird abgeschnitten! Solche Industriekomplexe benötigen besondere Standorte mit infrastruktureller Anbindung. Zudem stellt sich die Frage nach Ausdehnungsmöglichkeiten für das Unternehmen für die Zukunft, denn Industrie wächst ja bekanntlich unaufhörlich und Logistikzentren ziehen weitere Unternehmen nach sich! Wird das genügend bedacht? Denkt man außerdem ausreichend darüber nach, welche Konsequenzen die Zulässigkeit eines solchen Bauwerkes nach sich ziehen? Hier werden Grundlagen für andere Unternehmen, auch aus der Jülicher Börde geschaffen, deren Wunsch nach einem Hochregallager und dessen Zulässigkeit in Ortslage dann kaum mehr in Frage gestellt werden dürften.

Studiert man die Sitzungsvorlage des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses für heute, stellt man fest, dass unsere Verwaltung folgende Stellung bezieht: „Die Verwaltung ist der Auffassung, dass durch die Reduzierung der Hochregallagerhöhe und der Verbindungsbrücke ein akzeptabler Kompromiss gefunden wurde.“ Liebe Verwaltung: Ganz klar gesagt: Fünf Meter runter bei einem tankerähnlichen Gebäude in dieser Größe, mitten in die grüne Natur, an unserer Dorfeinfahrt, incl. einer Brückenreduzierung auf ca. fünf Meter reine Ansichtshöhe und einer Tiefe von ca. zwölf Metern über unsere Ortseinfahrt, wo vorher keine Brücke war, – das ist für uns kein Kompromiss, dies sei noch einmal ganz deutlich gesagt. Auch fünf Meter in ca. fünf Metern Höhe werden eine Wand von zehn Metern bilden, die die Ortseinfahrt Kirchberg massiv verändert! 

Und wir Bürger fragen uns nach der Zukunftsvision der Verwaltung Jülichs für Kirchberg! Es gibt Kompromisse, man muss sie aber auch wollen!

Dass dies anscheinend oder offensichtlich nicht gewollt wird und man alles argumentativ zerpflücken kann, zeigt z.B. die Anlage 2a zu der Vorlage. Hier bezieht man sich auf die vorgeschlagene „Untersuchung“ der Tunnellösung. In der Vorlage beginnt man mit dem Tunnel mitten im Teich! So entstehen natürlich aufwendige Planungszeiten und Mehrkosten, die ein Umsetzen einer Tunnellösung „unmöglich“ erscheinen lassen sollen. Andere mögliche Alternativen sollen anscheinend bewusst nicht weiter verfolgt oder untersucht werden.

Ich hoffe da auf normalen Sachverstand bei den zuständigen Politikern und dass sie sich nicht durch solche Argumente blenden lassen. 

Für jeden, der es immer noch nicht weiß: Es gibt einen Unterschied zwischen echten und faulen Kompromissen! Auf das Wollen und den Ansatz kommt es an!

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